Vom Kutscherhaus zum "Gemeindezentrum Kutscherhaus"

der Ev.-methodistischen
Kreuzkirchgemeinde Leipzig,
Paul-Gruner-Str. 26 - Tel: 0341 - 960 86 70

Zur Geschichte des Kutscherhauses

Das Kutscherhaus erwarb die Bischöfliche Methodistenkirche um 1920 zusammen mit der Villa des großen Leipzigers Verlegers "Meißner&Buch". Die Villa befand sich im hinteren Teil des Grundstücks "Sidonienstr. 26", wie die Straße damals noch hieß. Das Kutscherhaus diente als Wagenremise und Unterkunft der Bediensteten. Es wurde 1877 - so die Jahreszahl am Tor der Einfahrt - erbaut. Der Leipziger Architekt Beck entwarf ein Gebäude im Stil der Bauwerke des berühmten Berliner Baumeisters Schinkel mit Sandsteinbossen und Laubengang. Im Untergeschoss waren die Pferdestallungen untergebracht, im Obergeschoss der Heuboden und kleine Wohneinheiten der Bediensteten. Mit dem Aufkommen der Personenkraftwagen wurden die Stallungen durch Garagen ersetzt und in den 30iger Jahren eine Wagenwaschhalle angebaut.

Am 04. 12. 1943 wurden die Kirche an der Ostgrenze des Grundstücks und die Villa durch Fliegenbomben völlig zerstört. Die Bewohner der brennenden Villa konnten sich ins Kutscherhaus retten, das vor der Zerstörung bewahrt blieb. Die Kirche wurde 1948-1950 wieder erbaut. Eine Baracke diente zwischenzeitlich als Notkirche und dann bis 1998 als Gemeindehaus.
Im Untergeschoss des Kutscherhauses befand sich zu DDR-Zeiten eine PGH für Motorradreparatur und im Obergeschoss wohnten die Familie des Hausmeisters der Kreuzkirchgemeinde.

Seit 1990 plante die Kirchgemeinde die Wiedererrichtung eines neuen Gemeindehauses mit Pastoren- und Hausmannswohnung. Dazu sollte eine Teilgrundstücksverkauf von ca. 1300 qm einschließlich des Kutscherhauses dienen. Vom Verkaufserlös sollte ein ganz neues Gemeindehaus gebaut werden. Nachdem mehrere Versuche zur Grundstücksveräußerung fehlgeschlagen waren, gleichzeitig der Zustand des alten Gemeindehauses (Baracke) größere Investitionen als nicht mehr sinnvoll erscheinen ließ, entschloss sich die Bezirkskonferenz der Kreuzkirchgemeinde 1996 für den Umbau des Kutscherhauses zu einem neuen Gemeindezentrum.
Dem vorausgegangen war die provisorische Renovierung zweier Räume im Nordbereich des Obergeschosses als Dienstzimmer des Gemeindepastors und Büros für das Freiwillige Soziale Jahr  im Juni 1995. Hinzu kam eine 1-Raum-Wohnung im Südbereich des Obergeschosses.
Im Herbst 1998 konnte dann endlich die Gemeinde das neue Gemeindehaus seiner Bestimmung übergeben. In der Einladung zum großen Einweihungstag auf 17. Oktober 1998 war zu lesen:
"Das Kutscherhaus wird nicht nur für den Dienst der Kreuzkirchgemeinde zur Verfügung stehen. Es soll offen sein für alle Menschen, die Begegnung und Kontakt, Hilfe und Gemeinschaft suchen. Auch Konferenzen und Ausstellungen werden das Haus mit Leben füllen.
Es soll ein Haus sein, das lebt."

Dazu steht ein biblisches Wort aus den Psalmtransformationen
von Gottfried Schille aus Borsdorf bei Leipzig:

"Wem Gott der Herr das Haus gebaut, der hat viel mehr als Geld und Glück,
er hat von Gottes Herz ein Stück, er hat sein Leben lang zu danken."
(nach Psalm 127)