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Ein
Heiliggeistgang im Herzen
Wohl dem Dorf, das
einen solchen „Heiligengeistgang“ in seinen Mauern
hat – sieht man dabei einmal von der davor angeketteten
Mülltonne ab. Wohl dem Ort, an dem man
durch einen Heiligengeistgang gehen darf, um den
eigenen Geist ein wenig zu erfrischen. Auch wenn
die abgebildete Gasse nicht alles Vertrauen zu wecken
vermag – allein schon der Name ist doch Gold wert:
Wanderer, kommst du hier durch, bleibst du nicht,
wer du bist; du musst damit rechnen, ein bisschen
neu zu werden.
Wenn ich es einmal
richtig poetisch sagen darf: Ich wünschte meinem
und jedem Herzen einen solchen Heiliggeistgang,
durch den jedes unserer Worte und jede unserer Taten
erst gehen müssen, bevor sie unsere Körper
verlassen dürfen.
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Der „Heilige Geist“,
sagt der Prophet Jeremia sehr schön (31,33)
ist so etwas wie „Gottes Gesetz im Herzen“. Heiliger
Geist ist, als wären die Zehn Gebote klar und
deutlich mitten in mein Herz geschrieben und leuchteten
auf, bevor ich meinen Mund aufmache oder eine Handlung
in die Welt setze. Du sollst, heißt es da
ja im siebten Gebot, du sollst kein falsches Zeugnis
reden über deinen Nächsten. Und jetzt
stellen wir uns doch wirklich einmal Folgendes vor:
Dieser kleine Satz leuchtet jedes Mal auf, bevor
oder während wir etwas über einen anderen
Menschen verbreiten … Wie viele Worte würden
wir dann wirklich noch machen? Welche Worte würden
wir überhaupt noch aussprechen? Was würden
wir sofort bereuen, wenn es gerade ausgesprochen
ist?
So wäre das mit
dem Heiliggeistgang in unseren Herzen, wünsche
ich mir. Er würde verhindern, dass wir
selbstgefällig und überheblich werden.
Er würde verhindern, dass wir Gott immer
nur auf unserer eigenen Seite wissen. Er würde
uns helfen, sehr viel vorsichtiger, behutsamer und
umsichtiger zu werden. Müssten unsere Worte
und Taten jedes Mal erst durch den Heiliggeistgang
aus Gottes Geboten, dann würden manche Worte
nicht gesagt werden und würde manche Tat unterlassen.
Umgekehrt auch: Manches hilfreiche Wort würde
von uns gesagt werden, und manche Wohltat würden
wir verüben. Bestimmt wäre das so. Im
Herzen wären dann kleine Leuchtpunkte, auf
denen stände jeweils ein Gebot. Und wir, die
wir gerade wieder loslegen wollen mit diesem oder
jedem Spruch, schauten zunächst auf die leuchtenden
Buchstaben … und behalten die Worte dann doch lieber
für uns.
Wenn ich es noch einmal
so poetisch sagen darf wie vorhin: Ich wünschte
meinem und jedem Herzen einen solchen Heiliggeistgang,
durch den jedes unserer Worte und jede unserer Taten
gehen müssen, bevor sie unsere Körper
verlassen dürfen.
Dann, glaube ich, hätte
Gott viel Gefallen an uns.
Es grüßen
herzlich
Simone Focke,
Gemeindereferentin Thomas Härtel,
Pastor
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