(
GEMEINDEBEZIRKE
KREUZKIRCHE LEIPZIG
&
FRIEDENSKIRCHE
GROSSDEUBEN

 

Kreuzkirche und Pastorat:
Paul-Gruner-Straße 26, 04107 Leipzig,
Tel. 0341/9608670

Friedenskirche Großdeuben:
Straße des Friedens 33, 04416 Großdeuben,
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Gemeindenachrichten April / Mai 2012


 

        Ein Heiliggeistgang im Herzen

Wohl dem Dorf, das einen solchen „Heiligengeistgang“ in seinen Mauern hat – sieht man dabei einmal von der davor angeketteten Müll­tonne ab. Wohl dem Ort, an dem man durch einen Heiligengeistgang gehen darf, um den eigenen Geist ein wenig zu erfrischen. Auch wenn die abgebildete Gasse nicht alles Vertrauen zu wecken vermag – allein schon der Name ist doch Gold wert: Wanderer, kommst du hier durch, bleibst du nicht, wer du bist; du musst damit rechnen, ein bisschen neu zu werden.

Wenn ich es einmal richtig poetisch sagen darf: Ich wünschte meinem und jedem Herzen einen solchen Heiliggeistgang, durch den jedes unserer Worte und jede unserer Taten erst gehen müssen, bevor sie unsere Körper verlassen dürfen.

Der „Heilige Geist“, sagt der Prophet Jeremia sehr schön (31,33) ist so etwas wie „Gottes Gesetz im Herzen“. Heiliger Geist ist, als wären die Zehn Gebote klar und deutlich mitten in mein Herz geschrieben und leuchteten auf, bevor ich meinen Mund aufmache oder eine Handlung in die Welt setze. Du sollst, heißt es da ja im siebten Gebot, du sollst kein falsches Zeugnis reden über deinen Nächsten. Und jetzt stellen wir uns doch wirklich einmal Folgendes vor: Dieser kleine Satz leuchtet jedes Mal auf, bevor oder während wir etwas über einen anderen Menschen verbreiten … Wie viele Worte würden wir dann wirklich noch machen? Welche Worte würden wir überhaupt noch aussprechen? Was würden wir sofort bereuen, wenn es gerade ausgesprochen ist?

So wäre das mit dem Heiliggeistgang in unseren Herzen, wünsche ich mir. Er würde verhin­dern, dass wir selbstgefällig und überheblich werden. Er würde verhindern, dass wir Gott im­mer nur auf unserer eigenen Seite wissen. Er würde uns helfen, sehr viel vorsichtiger, behutsamer und umsichtiger zu werden. Müssten unsere Worte und Taten jedes Mal erst durch den Heiliggeistgang aus Gottes Geboten, dann würden manche Worte nicht gesagt werden und würde manche Tat unterlassen. Umgekehrt auch: Manches hilfreiche Wort würde von uns gesagt werden, und manche Wohltat würden wir verüben. Bestimmt wäre das so. Im Herzen wären dann kleine Leuchtpunkte, auf denen stände jeweils ein Gebot. Und wir, die wir gerade wieder loslegen wollen mit diesem oder jedem Spruch, schauten zunächst auf die leuchtenden Buchstaben … und behalten die Worte dann doch lieber für uns.

Wenn ich es noch einmal so poetisch sagen darf wie vorhin: Ich wünschte meinem und jedem Herzen einen solchen Heiliggeistgang, durch den jedes unserer Worte und jede unserer Taten gehen müssen, bevor sie unsere Körper verlassen dürfen.

Dann, glaube ich, hätte Gott viel Gefallen an uns.

Es grüßen herzlich

Simone Focke, Gemeindereferentin
Thomas Härtel, Pastor